● Mensch ● Erde ● Zukunft - WELTERNÄHRUNGSTAG "Unser Saatgut in Gefahr - Globale Kämpfe um die Kontrolle der Nahrungsmittelerzeugung"
VORTRAG UND DISKUSSION
Veranstalter:
Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V., Bildungsprojekt "Sachsen im Klimawandel", WIR AG Dresden, attac-Regionalgruppen Dresden
Referent: Christoph Then, Test Biotech
Samen kaufen, das Korn in das Erdreich legen, die Pflanze beim Wachsen begleiten, den Ertrag auf dem Markt verkaufen – so einfach scheint Landwirtschaft zu funktionieren. Mitnichten. Denn längst ist Saatgut nicht mehr nur Gemeingut. Patente werden auf Lebewesen vergeben! Das Konzept zur Patentierung lebender Materien wurde erstmals in den 1980er Jahren in den USA angewandt. Von knapp 120 Patenten auf Pflanzen im Jahr 1990 stieg diese Zahl im Jahr 2015 auf 12.000 an. (Quelle: „Unter Saatgut in Gefahr“, Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2025 )
Saatgut ist die Grundlage unserer Ernährung – und zugleich ein Milliardengeschäft. Immer weniger Konzerne beherrschen den Markt, kontrollieren Sortenrechte und sichern sich Patente auf Pflanzen und sogar auf einzelne Gene. Bayer, Corteva, Syngenta Group und BASF besitzen zum Beispiel 97 Prozent der geistigen Eigentumsrechte für Raps und 95 Prozent für Mais. Was früher Allgemeingut war, wird heute privatisiert: Landwirt:innen dürfen vielfach ihr eigenes Saatgut nicht mehr nachbauen. Diese Konzentration gefährdet nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die Unabhängigkeit von Bäuer:innen weltweit.
Dr. Christoph Then kritisiert die Folgen dieser Monopolisierung für Züchtung und Vielfalt. Er zeigt, wie Patente und Konzernmacht die Landwirtschaft verändern – und welche Rolle dabei die „Neue Gentechnik“ spielt, die aktuell in Brüssel diskutiert wird.
*Unser Saatgut in Gefahr - Globale Kämpfe